08. Erotische Geschichte: Das Kleid ganz hinten im Schrank
Zehn Jahre Ehe, und Sara findet einen schwarzen Spitzenbody, den sie mal für eine Version von sich gekauft hat, die sie heute kaum wiedererkennt. Ihn anzuziehen geht jetzt weniger um Verführung, sondern darum, herauszufinden, ob sie ihren eigenen Körper noch begehrenswert finden kann.
Sara suchte eigentlich nur etwas zum Anziehen fürs Abendessen.
Nichts Besonderes. Einfach ein Kleid, das einen ganz normalen Abend zu Hause ein kleines bisschen besonderer macht. Tom war unten in der Küche, kochte irgendwas mit viel zu viel Knoblauch und öffnete eine Flasche Wein, die sie für keinen bestimmten Anlass aufgehoben hatten.
Sie schob zwei Sommerkleider und einen Mantel beiseite, den sie seit Jahren nicht mehr getragen hatte.
Da sah sie ihn.
Der schwarze Spitzenbody hing ganz hinten im Schrank, fast komplett hinter den anderen Sachen versteckt.
[Die Dinge, die wir nicht mehr anziehen]
Sara erinnerte sich daran, wie sie ihn gekauft hatte.
Nicht an den genauen Tag, aber an die Frau, die ihn bestellt hatte. Sie wusste noch, wie sie am Bettrand mit dem Laptop saß und sich vorstellte, wie sie ihn mit einer Selbstsicherheit tragen würde, von der sie wohl dachte, sie käme direkt mitgeliefert.
Kam sie aber nie.
Sie nahm den Body vom Bügel und hielt ihn sich vor den Körper.
Schwarze Spitze. Dünne Träger. Ein tiefer Rückenausschnitt. Weiche Cups, die plötzlich viel kleiner wirkten als in ihrer Erinnerung.
Dann schaute sie in den Spiegel.
Ihr Blick wanderte sofort zu ihrem Bauch.
Natürlich tat er das.
Sie drehte sich leicht, bemerkte die weiche Linie an ihrer Taille, die hellen Streifen an den Hüften, wie sich ihre Brüste im Laufe der Jahre verändert hatten.
Der Gedanke kam, bevor sie ihn stoppen konnte.
Nicht mehr.
Sara hängte den Body wieder zurück.
Sie schob ihn wieder hinter die Kleider, schloss den Schrank und ging zur Schlafzimmertür.
Ihre Hand lag schon auf der Klinke, als sie stehen blieb.
Warum genau sollte sie ihn nicht tragen?
Weil ihr Körper sich verändert hatte?
Das war keine Antwort. Körper verändern sich. Toms Körper hatte sich verändert. Ihrer auch. Zehn Jahre hinterlassen bei beiden Spuren.
Sara schaute zurück zum Schrank.
„Ach, komm schon.“
Sie öffnete ihn wieder.
Diesmal nahm sie den Body heraus und schloss die Schlafzimmertür.
Sie zog sich langsam aus und schlüpfte hinein.
Die Spitze spannte anders als früher. Sie legte sich um ihre Hüften, schmiegte sich an ihre Taille und zog leicht, als sie die Träger verstellte.
Sara stellte sich vor den Spiegel.
Ihr erster Impuls war, den Bauch einzuziehen.
Das tat sie auch.
Dann sah sie sich dabei zu.
„Stopp.“
Sie ließ die Luft aus.
Nichts Schlimmes passierte.
Ein paar Sekunden lang suchte sie noch nach allem, was sie gern ändern würde. Dann, fast zufällig, bemerkte sie die Linie ihrer Schulter. Sie mochte, wie der schmale Träger darauf lag.
Sie drehte sich.
Der tiefe Rückenausschnitt war besser als in ihrer Erinnerung.
Auch die Kurve ihrer Taille gefiel ihr, wenn sie aufhörte, sie kleiner machen zu wollen.
Sara fuhr mit einer Hand über ihren Bauch. Nicht, um ihn zu verstecken. Einfach, um ihn zu berühren.
Die Frau im Spiegel war nicht mehr die, die den Body gekauft hatte.
Damals war sie jünger gewesen.
Jetzt hatte sie zwei Kinder, zehn Jahre Ehe, Lachfalten, die sie nie bestellt hatte, und einen Körper, der eine Geschichte trug, die sie viel zu oft als Beweis gegen sich selbst gesehen hatte.
Sie schaute nochmal hin.
Und diesmal gefiel ihr etwas an dem, was sie sah.
Nicht alles.
Musste sie auch nicht.
Sara zog ein lockeres schwarzes Hemd über den Body und ließ die meisten Knöpfe offen.
Dann ging sie nach unten.
Tom schnitt gerade Brot, als sie in die Küche kam.
Er schaute auf.
Und hielt inne.
Kein Pfeifen. Kein blöder Spruch. Kein übertriebenes Augenaufreißen.
Er sah sie einfach an.
Wirklich.
Sara spürte plötzlich jede Stelle Spitze unter dem Hemd.
„Was?“
Tom legte das Messer weg.
„Nichts.“
„Das ist definitiv ein Etwas.“
Ein kleines Lächeln erschien.
„Du siehst aus, als würdest du dich wohlfühlen.“
Damit hatte Sara nicht gerechnet.
Sie schaute an sich herunter.
„Ich entscheide noch.“
„Wegen dem Abendessen?“
„Wegen dem hier.“
Sie öffnete das Hemd noch ein Stück weiter.
Toms Blick wanderte kurz nach unten, dann wieder zu ihrem Gesicht. Er ging auf sie zu, stoppte aber kurz vor ihr.
„Darf ich?“
Sara wusste sofort, was er meinte.
Und sie mochte, dass er gefragt hatte.
„Ja.“
Seine Hand legte sich sanft auf ihre Taille, über die Spitze.
Er drückte nicht zu. Zog sie nicht gleich zu sich. Sein Daumen strich nur langsam über den Stoff, folgte der Linie ihres Körpers darunter.
„Erinnerst du dich daran?“ fragte sie.
„An den Body?“
Sie nickte.
„Ich weiß noch, wie das Paket ankam.“
„Ich hab ihn nie getragen.“
„Ich weiß.“
„Ich hab ihn für dich gekauft.“
Tom legte den Kopf schief.
„Und heute Abend?“
Sara schaute auf seine Hand an ihrer Taille.
„Für mich.“
Sein Lächeln veränderte sich.
„Gut.“
Dann küsste er sie.
Langsam.
Seine Hand blieb, wo sie war, warm auf der Spitze, während seine Lippen von ihrem Mund zu ihrem Hals wanderten.
Sara wartete auf das vertraute Bedürfnis, das Hemd zuzuknöpfen.
Es kam nicht.
Stattdessen schob sie ihre Hände unter Toms Hemd und spürte die Wärme seines Rückens.
Das Abendessen dauerte noch zehn Minuten.
Sie kamen nur bis zur Hälfte des Flurs, bevor Sara anfing zu lachen.
„Wir sind echt schlecht in Date Nights.“
Tom küsste sie nochmal.
„Ich finde, wir machen das ganz gut.“
Oben ließ Sara den Body an.
Das war ihr wichtig.
Toms Hemd blieb auch halb offen. Sie saßen am Bettrand, küssten sich und keiner hatte es eilig, sich ganz auszuziehen.
Seine Finger glitten langsam an ihrem Oberschenkel entlang, hinauf zu ihrer Taille. Er fuhr mit der Hand über die Spitze an ihrem Bauch, beugte sich vor und küsste genau diese Stelle.
Sara hielt den Atem an.
Er wanderte weiter nach oben.
„Nochmal.“
Tom schaute auf.
Sara berührte die Stelle an ihrem Bauch, wo sein Mund gewesen war.
„Hier.“
Er verstand sofort.
Er küsste sie dort nochmal.
Diesmal schaute Sara ihm dabei zu.
Sie zog den Stoff nicht runter. Drehte sich nicht weg. Dachte nicht darüber nach, ob ihr Bauch aus einem anderen Winkel flacher aussah.
Sie ließ ihn einfach machen.
Seine Hände wanderten über ihre Hüften, ihren Rücken, die Außenseite ihrer Oberschenkel. Die Spitze machte jede Berührung weicher, ließ alles langsamer wirken als auf nackter Haut.
Als er sie wieder ansah, lächelte Sara schon.
„Alles okay?“
„Mehr als okay.“
Später blieben sie halb angezogen, sein Hemd offen unter ihren Händen, ihre schwarze Spitze immer noch zwischen seinen Handflächen und ihrer Haut. Sie bewegten sich langsam miteinander, küssten sich, wann immer ihre Gesichter sich nahe genug kamen, lachten einmal, als ihre Knie sich in der Bettdecke verhedderten.
Nichts davon war perfekt.
Nichts gespielt.
Sara fühlte sich begehrt, ohne sich ausgestellt zu fühlen.
Genau das war der Unterschied.
Danach lag Tom neben ihr, eine Hand auf ihrem Bauch.
Sara schaute auf die schwarze Spitze unter seinen Fingern.
„Ich hätte ihn fast nicht angezogen.“
„Warum?“
Sie hätte einen Witz machen können.
Aber sie sagte ihm die Wahrheit.
„Ich dachte, der gehört zu jemandem, der ich mal war.“
Tom schwieg einen Moment.
Dann sah er sie an.
„Mir gefällt diese Version.“
Sara lächelte.
„Mir langsam auch.“
Am nächsten Morgen öffnete sie den Schrank.
Der Body hatte jahrelang hinter Sachen gehangen, die sie öfter trug und weniger beachtete.
Sara schob drei Bügel beiseite.
Diesmal hängte sie ihn so auf, dass sie ihn sehen konnte.
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Sara und Tom sind seit zehn Jahren verheiratet. Der Abend sollte eigentlich nur ein Abendessen sein — sie waren schon bereit, früh ins Bett zu gehen. Sind sie nicht. Was dann geschah, ist genau die Art von Abend, den sich jedes langjährige Paar insgeheim wünscht.
Sara und Tom hatten das Toy, über das sie das ganze Jahr getuschelt hatten, endlich bestellt. Als das Paket auf dem Küchentisch landete, wusste keiner so recht, was er damit anfangen sollte. Also taten sie das Vernünftigste: Sie gingen nach oben.
Sara und Tom hatten das Haus zum ersten Freitagabend seit zwei Monaten für sich allein. Die Kinder waren bei Freunden übernacht. Er kam aus der Stadt mit einem kleinen braunen Fläschchen in der Manteltasche und einem stillen Plan für den Abend.
Sara und Tom hatten monatelang darüber geredet — wie es wäre, einmal mit Macht zu spielen, nur um es auszuprobieren. Am Samstagmittag schrieben sie die Regeln gemeinsam am Küchentisch auf. Er sollte um neun im Gästezimmer warten.
